Die Geschichte der Josef-Grundschule

 

Am 13. Dezember 1898 beschloss der Kirchenvorstand von St. Josef Asseln, für die 53 schulpflichtigen Kinder, die in der Gemeinde Wickede wohnten und täglich nach Asseln zur Schule hätten gehen müssen, in Wickede ein Schulhaus zu bauen. Man kaufte am heutigen Rübenkamp ein Baugelände von 168 Quadratruthen für 5050 Mark und baute ein zweigeschossiges Haus darauf für 16300 Mark.

 

Am 20.April 1900 wurde eine einklassige, katholische Schule in Wickede mit 78 Kindern eröffnet. Der erste Lehrer der Schule war Wilhelm Jüngermann.

Die Schule entwickelte sich aufwärts. 1922 weist die Chronik 143 Schüler in zwei Klassen aus. In der Klasse 1 waren die Jahrgänge 4 bis 8. In der Klasse 2 lernten die Kinder der Jahrgänge 1 bis 3.

Ausflüge und Feiern vermerkte die Chronik oft in dieser Zeit. Bis zum 1. Weltkrieg sind es die jährlichen Sedansfeiern Anfang September. Dabei feierte man den Sieg bei Sedan / Frankreich von 1870.

 

Besondere Freude hatten die Schüler in der Zeit bis zum 2. Weltkrieg an den Ausflügen; so zum Beispiel an Wandertagen zum Kurler Busch, Radtouren zum Naturkundemuseum an der Balkenstraße in Dortmund, zum Schwerter Wald, zur Hohensyburg, an Fahrten ins Hönnetal, an die Sorpetalsperre und in den Zoo nach Münster.

 

1939 finden wir die letzten Eintragungen in der Vorkriegschronik. Es sind Angaben zur Statistik. Über eine Auflösung und Verteilung der Schüler finden wir in der Chronik kein Wort. Im Jahre 1939 wurden alle Schülerinnen und Schüler der katholischen Schule in Wickede einer Gemeinschaftsschule zugeordnet. Mit ihren Klassen wurden die Kinder, soweit sie nicht bei Verwandten wegen des Bombenkrieges evakuiert waren, nach Domesheim in Baden evakuiert.

Das freistehende Schulgebäude belegten bis zum Kriegsende Dienststellen der NSDAP ( Ostern 1939 bis Mai 1945 ). Durch die Bombenzerstörungen in der Stadt herrschte große Wohnungsnot, weshalb im Schulhaus im Rübenkamp auch Notwohnungen eingerichtet waren. Von Dezember 1945 an benutzten zwei Klassen der Bachschule (Gemeinschaftsschule) die beiden Klassenräume.

 

Gestützt auf das Schulgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen strebte die katholische Elternschaft von Dortmund-Wickede danach, wieder eine katholische Volksschule zu erhalten. Eine Elternabstimmung hatte den Erfolg, dass mit Beginn des Schuljahres 1954/55 die katholische Volksschule wieder eröffnet werden konnte. Der Unterricht begann mit 75 Kindern, die in zwei Klassen unterrichtet wurden.

 

Clemens Wiegart war mit der Leitung der Schule betraut und Therese Schreiber führte die Unterstufe als Klassenlehrerin. Es fehlte an allem, sodass die Eltern zur Selbsthilfe schreiten mussten und Fensterglas und Schlösser einsetzen sowie den Anstrich der Klassen erneuern mussten.

 

Am Sonntag, dem 4.7.1954 wurden die alten Kreuze, die die Nazizeit in der Kirche in Asseln überdauert hatten, nach dem Hochamt von St. Konrad in die Schule übertragen. Das Schulleben normalisierte sich. Die Chronik berichtet von Ausflügen nach Billerbeck, zum Sorpesee, nach Henrichenburg und von Sportfesten.

 

Die Schülerzahl stieg in Folge des Zuzugs stetig, sodass die Schule am 1.4.1960 eine dritte Lehrperson erhielt. Mit Beginn des Schuljahres 1960/61 besuchten 146 in drei Klassen die Schule. Die Raumnot löste man zunächst durch Schichtunterricht und ab September 1960 benutzte die Josef-Schule einen Barackenraum auf dem Schulgelände am Dollersweg. Den Namen Josef-Schule hatte die katholische Volksschule Wickede am 1.11.1954 durch Verfügung des Schulamtes Dortmund erhalten.

 

Eine neue Zuwanderung in das Ruhrgebiet ließ die Schülerzahl steigen. Zum Schuljahresbeginn 1961 waren es 177 Schülerinnen und Schüler. Immer noch drückten die Personalnot und die Raumnot. So bildete man vier Klassen, die teilweise im Schichtbetrieb unterrichtet wurden. Im Schuljahr 1963/64 hat die Schule bereits 248 Schüler. Sie wurden in 7 Klassen unterrichtet.

 

Durch zahlreiche Baumaßnahmen in Wickede wuchs die Schülerzahl der Josef-Schule schon bald auf 607 Schüler an, die von 17 Lehrkräften in 18 Klassen unterrichtet wurden. Das alte Gebäude am Rübenkamp wurde im Oktober 1963 zur Renovierung freigestellt. Die Josef-Schule zog zum Dollersweg um. Im Sommer 1968 endete die Josef-Schule als katholische Volksschule.

 

Mit Beginn des Schuljahres 1968/69 übernahm Rektor Gerhard Janicki die Leitung der nunmehr katholischen Josef-Grundschule. Im Schuljahr 1981/82 besuchten 115 Kinder die Schule. Im Jahre 1986 wurden die Baracken auf dem Schulhof am Dollersweg abgebaut. Die acht Klassen der Josef-Grundschule benutzten von da an vier Klassenräume im alten Schulhaus und vier Klassenräume im Pavillon. Lehrerzimmer und Schulbüro befinden sich ebenfalls im alten Schulhaus am Dollersweg.

 

Zu Beginn des Schuljahres 1982 / 83 übernahm Rektor Elmar Schütz die Leitung der Schule. Schwimmunterricht im Bezirkshallenbad Brackel und Eislaufunterricht für den 2. Jahrgang wurden in den Schulbetrieb aufgenommen. Im Jahre 1996 erreichte die Josef-Grundschule mit 203 Schülern ihre höchste Schülerzahl in ihrer Zeit als Grundschule.

 

Im Jahre 1999 wurden die Vorbereitungen für die Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Schule aufgenommen. Arbeitsgruppen wurden gebildet in denen neben den Lehrerinnen und Lehrern auch zahlreiche Eltern mitarbeiteten. Am 1.April 2000 begann die Veranstaltungsreihe zum Schuljubiläum mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche, an dem Schüler, Eltern und zahlreiche Gäste teilnahmen. Ehemalige Lehrerinnen und Lehrer und Vertreter der Wickeder Vereine und Verbände, Parteien und der Kirchen nahmen daran teil. Fleißige Eltern der Schulpflegschaft und des Fördervereins stellten ein schmackhaftes Buffet her und sorgten für die Bewirtung.

 

Am 10.Mai 2000 wurde eine Gedenktafel am alten Schulhaus im Rübenkamp enthüllt, die an die Gründung der Schule im Jahre 1900 an dieser Stelle erinnert. Hierzu lud der Förderverein alle ehemaligen Schüler ein, die noch dort eingeschult wurden. Das anschließende Kaffeetrinken wurde für die ehemaligen Josef-Schüler zu einer fröhlichen Wiedersehensfeier.

 

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe war das große Schulfest auf dem Schulhof am 19. Mai 2000. Neben einer großen Verlosung gab es viele Spielangebote sowie den Auftritt des Kinderliedermachers Martin Hörster. Ebenfalls an diesem Tag wurde das neue Klettergerüst auf dem Schulhof eingeweiht.

 

Mit einem Ausflug ins Sauerland endete die Veranstaltungsreihe zum Schuljubiläum am 15. Juni 2000. Alle Kinder der Schule besuchten das Freilichttheater in Herdringen und machten im Anschluss daran eine Bootsfahrt auf dem Sorpesee.

 

Rechtzeitig zum Jubiläum wurde von der Schule auch eine Festschrift herausgegeben, in der u.a. auch Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund, Dr. Langemeyer und des Erzbischofs von Paderborn, Dr. Degenhardt zu finden sind.

 

Zum Schuljahr 2000/2001 übernahm Rektor Jürgen Zeglarski die Leitung der Schule. Im Laufe des Schuljahres wurde die Gestaltung des Schulhofes abgeschlossen und der neue Schulhof, der viele Spielmöglichkeiten bietet, eingeweiht.

 

Seit dem Schuljahr 2003/2004 verfügt die Josef-Grundschule über eine eigene Schulbetreuung. Dafür wurde ein Klassenraum im alten Schulhaus hergerichtet und auch mit einer modernen Küchenzeile versehen.

 

Im Jahre 2004 musste die Josef-Grundschule die Klassenräume im Pavillon aufgeben. Stattdessen erhielt die Schule 5 Klassenräume im Gebäude der Bach-Grundschule zugewiesen.

 

Im Jahre 2005 wurde das alte Schulhaus komplett umgestaltet und nach den Vorgaben des Brandschutzes umgebaut.

 

Im Zuge des demographischen Wandels nahm die Zahl der Schüler der Josef-Grundschule stetig ab. Im Schuljahr 2012/2013 war die Schule erstmals seit langer Zeit wieder komplett einzügig. Zur Zeit besuchen 100 Kinder, die in 4 Klassen unterrichtet werden, die Schule.